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star­ken Part­ner

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Unsere Gesundheitsmagazin

Wann muss Blinddarmentzündung bei Kindern operiert werden?




Starke Bauchschmerzen können bei Kindern auf eine Blinddarmentzündung hinweisen. Sie können aber auch ganz andere Ursachen haben. Foto: Florian Schuh - (c)dpa-infocom GmbH

Düsseldorf (dpa/tmn) - Von jetzt auf gleich sind sie da: Bauchschmerzen, die mit der Zeit stärker werden. Um den Bauchnabel oder in der Magengegend herum geht es los, von dort wandern die Schmerzen in Richtung des rechten Unterbauchs.


Dem Kind vergeht der Appetit, vielleicht bekommt es Fieber, erbricht sich oder es wirkt schlapp. Sehen Eltern solche Symptome, sollten sie ihr Kind bald zum Kinderarzt oder in eine Klinik fahren. Denn Auslöser solcher Beschwerden könnte eine Blinddarmentzündung sein.


So ganz korrekt ist die Bezeichnung eigentlich nicht. Nicht der Blinddarm entzündet sich, sondern sein kleiner Wurmfortsatz, die Appendix. Ärzte sprechen daher von einer Appendizitis, der Wurmfortsatzentzündung.


Testmöglichkeiten


Da Bauchschmerzen viele Ursachen haben können, ist es gar nicht so einfach, eine Appendizitis zu erkennen. «Wenn Betroffene nicht oder nur unter deutlichen Schmerzen in der Lage sind, das rechte Bein auszustrecken oder anzuheben oder damit zu hüpfen, dann ist eine Appendizitis sehr wahrscheinlich», sagt Hermann Josef Kahl, Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte.


Für die Diagnose kommt neben der klinischen Untersuchung und der Kontrolle der Entzündungswerte im Blut auch eine Ultraschalluntersuchung infrage. «Eine akute Appendizitis kann so mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent diagnostiziert werden», sagt Prof. Bernd Tillig, Chefarzt der Klinik für Kinderchirurgie am Vivantes Klinikum Neukölln in Berlin.


Antibiotika oder Operation


Betroffene Kinder müssen nicht immer sofort operiert werden. Bei unkomplizierten Entzündungen des Wurmfortsatzes könnte man es oft auch erstmal mit Antibiotika versuchen, sagt Tillig. «Der behandelnde Arzt muss immer im Einzelfall entscheiden, ob er Antibiotika verordnet oder operiert.» Die Antibiotika-Therapie sollte in den ersten drei Tagen als Infusion direkt ins Blut erfolgen. Sie wird laut Tillig von Kinderchirurgen nur dann befürwortet, wenn möglichst sicher die Diagnose unkomplizierte Appendizitis gestellt wurde. Liegt eine schwere Entzündung vor, muss nach wie vor operiert werden.


Zeigt sich nach drei Tagen Antibiotikabehandlung im Ultraschall und in den Laborbefunden eine signifikante Besserung, dann kann das Kind die Einnahme der Antibiotika zu Hause fortsetzen. Ist die Entzündung nach wie vor vorhanden oder hat sie sich gar ausgebreitet, dann muss der Wurmfortsatz raus.


«Die große Sorge ist, dass bei einem weiteren Abwarten der Blinddarm durchbrechen könnte», erläutert Prof. Tim Niehues, Chefarzt des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin am Helios Klinikum Krefeld. «Durchbrechen» bedeutet, dass die entzündete Darmwand einreißt. Dann gelangen neben Kot und Eiter auch infektiöse Bakterien in den Bauchraum. «Schlimmstenfalls droht eine gefährliche Bauchfellentzündung», warnt Niehues.


Kein Sport nach der Operation


Die Entfernung des Wurmfortsatzes erfolgt heutzutage überwiegend mittels «Schlüssellochchirurgie» (Laparoskopie). Über den Nabel wird eine kleine Kamera in den Bauch eingeführt. Mit zwei Instrumenten, die über kleine Schnitte in den Bauch gesteckt werden, entfernt der Chirurg dann den Wurmfortsatz.


Da die Wunden sehr klein sind, halten sich auch die Schmerzen nach der Operation in Grenzen. Meist können die Kinder zwischen dem zweiten und fünften Tag nach der OP nach Hause gehen. Sie müssen sich dann aber weiterhin schonen. In die Schule oder den Kindergarten können Kinder nach einer Blinddarm-OP normalerweise eine Woche später wieder. Sport treiben sollten sie aber erst nach Rücksprache mit dem Arzt.



Autor: Florian Schuh